Im Rahmen einer Baumaßnahme zur Verlegung von Kanälen wurde die Klinger und Partner GmbH mit einem baubegleitenden Grundwassermonitoring beauftragt. Die geplanten Tiefbaumaßnahmen lagen in Teilbereichen im Zustrom von zwei Trinkwasserbrunnen.
Für die Überwachung des Grundwassers kamen Messsonden inklusive Datenlogger zur Aufzeichnung von Wasserständen und den vor-Ort Parametern Wassertemperatur und elektrische Leitfähigkeit zum Einsatz. Die aufgezeichneten Werte wurden in regelmäßigen Abständen ausgewertet und den Projektbeteiligten mitgeteilt. Bei Auffälligkeiten konnte per Online-Zugriff auf die Messdaten zurückgegriffen und bei Bedarf der Betreiber der Trinkwasserbrunnen zeitnah zur Umsetzung entsprechender Gegenmaßnahmen benachrichtigt werden.
Im Zuge der Bauarbeiten wurden zeitweise Spundwände bis zur Basis des betroffenen Grundwasserleiters eingebracht und anschließend mit wasserundurchlässiger Suspension verfüllt. Dadurch stellte sich die Frage, ob diese Eingriffe den natürlichen Grundwasserfluss beeinflussen und die im Abstrom gelegenen Trinkwasserbrunnen weiterhin ausreichend Wasser fördern können.
Um diese Fragestellung zu klären, wurde mithilfe eines MODFLOW-basierten Simulationsprogramms ein stationäres numerisches Grundwassermodell erstellt. In diesem Modell wurden vorhandene Messdaten und Aquiferkennwerte sowie die Fördermengen der Trinkwasserbrunnen berücksichtigt. Mithilfe des Modells konnte der Grundwasserfluss vor den Bauarbeiten und die Situation nach der Verfüllung der Spundwände simuliert werden.
Die Ergebnisse zeigten, dass sich die Fließwege des Grundwassers zwar leicht verändern, die Wasserversorgung der Brunnen jedoch nicht beeinträchtigt wird.

