Die Rhein-Main Deponie GmbH (RMD) betreibt auf der Deponie Wicker in Flörsheim-Wicker eine Gasverwertungsanlage (GVA) in der Deponie- und Biogas als Mischgas zu Strom und Wärme verarbeitet werden. Der mittlerweile in die Jahre gekommene Anlagenbestand und die rückläufigen Deponiegasmengen führen einerseits zur Notwendigkeit einer technischen Ertüchtigung einzelner Anlagenteile, andererseits auch zur Überarbeitung des gesamten Anlagen- und Betriebsführungskonzeptes.

Die GVA ist zum größten Teil in der Technikzentrale der Deponie untergebracht. Im Keller der Technikzentrale wurde die Leitungen von der Biogasanalage und den verschiedenen Teilflächen der Deponie auf zwei Sammelbalken zusammengeführt. Die Leitungen sollten ursprünglich zur Gut- und Schwachgastrennung dienen, werden zukünftig aber zur Trennung von Bio- und Deponiegas eingesetzt. Zur Gasverwertung sind 7 Gasmotoren (GM) installiert. GM 1 – 5 in der Technikzentrale, sowie GM 7 und 8 außerhalb des Gebäudes. Außerdem sind in der Technikzentrale im Wesentlichen 3 Gasverdichter zum Ansaugen des Bio-/Deponiegases, eine Gastrocknung im Deponiegasstrang, zwei Aktivkohlebehälter und Gasanalysen und Durchflussmessungen an  verschiedenen Stellen installiert. Im Rahmen der Planung wurde ein neues Analysekonzept erarbeitet. Die alten Gasanalysen und Durchflussmessungen werden dem Konzept entsprechend im Rahmen des Projektes erneuert.

Um das in der Vergangenheit stetig gewachsene Leitungssystem zu vereinfachen und nicht mehr benötigte Anlagenteile zu entfernen, sowei eine effektive Getrenntabsaugung von Bio- und Deponiegas zu realisieren, wurde das Rohrleitungssystem saniert. Um zunächst den Bestand des komplexen Rohrleitungssystemes aufzunehmen wurde durch einen Vermesser ein Laserscann der Technikzentrale angefertigt. Zur weiteren Planung wurden zunächst die vom Vermesser erhaltenen Daten aufbereitet und anschließend die Planung der Sanierung in 3D ausgeführt. In den ersten Leistungsphasen wurden das Projekt im BIM-Standard bearbeitet.

Neben der Erneuerung des in die Jahre gekommenen Anlagenbestandes ist die Realisierung einer konstanten Absaugmenge aus dem Deponiekörper Hauptziel der Sanierung. Die Flexibilität der Stromproduktion der Gasverwertung wird daher zukünftig, in gewissen Grenzen, nur über das Biogas realisiert. 

 

  • Ansprechpartner: Andreas Maier
  • Projektzeitraum:
    2019 bis 2020
  • Auftraggeber:
    RMD Rhein-Main Deponie GmbH
  • Ort:
    Flörsheim-Wicker
  • Arbeitsgebiet:
    Abfalltechnik
    Abfallwirtschaft

Leistungen

  • Vor- und Entwurfsplanung
  • Ausführungsplanung
  • Konzepterstellung und Planung zur Sanierung der Rohrleitungsführung und Erneuerung der Gasanalysen
  • Erstellung der Ausschreibungsunterlagen/ Mitwirkung bei der Vergabe
  • Bauüberwachung der Erneuerung der Gasanalysen

Technische Daten

  • 5 Durchflussmessungen
  • 5 Gasanalysen
  • Neuer Diffusor zur Mischung von Bio- und Deponiegas
  • Rd. 150 m Eledelstahlleitung für Bio- und Deponiegas DN 100-350
  • Temperatur- und Druckmessungen