| Monitoring | Sickerwasser auf Dauer minimieren | |
| Vielseitige Deponiestilllegungsmaßnahme | Gestaltung von Rekultivierungsschichten | |
| Asphaltabdichtung mit Straßenaufbruch | Alternative Oberflächenabdichtung |

Leistungen zu allen Deponiephasen Grundsätze
Die modernen Anforderungen der Gesellschaft und des Gesetzgebers an eine funktionelle Deponie erfordern umfangreiche Mess- und Kontrolleinrichtungen.
Eine Gefährdung des Menschen und der Umwelt durch die Deponie muss dauerhaft ausgeschlossen sein.
Der Unternehmensbereich Umweltwirtschaft ist spezialisiert auf Umweltmonitoring zu den Medien „Wasser, Boden, Luft“ und zu dem Handlungsfeld „Abfall“ für alle Phasen einer Deponie: Betrieb - Stilllegung - Nachsorge.
Damit tragen wir zur Vorsorge bei.
In der interdisziplinär besetzten Arbeitsgruppe sind Wissenschaftlicher und Ingenieure der folgenden Arbeits- und Fachgebiete tätig:
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Wasser Grundwasseranalytik Gefährdungsabschätzungen Sickerwassermessungen, -prognosen Oberflächenwasserableitung Wasserhaushaltsbilanzierung |
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Boden Sanierung von Altstandorten Bodenanalysen Standsicherheitsnachweise Geotechnik Stoffstrommanagement |
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Luft Deponiegasmessungen, -prognosen FID-Begehungen Exschutzdokumentation |
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Abfall Planung von Deponieerweiterungen Stilllegungsverfahren von Altdeponien Oberflächenabdichtung Rekultivierung Überwachung in der Nachsorgephase Funktionsnachweise der Systeme |
| Aufarbeitung bestehender Messdaten | |
| Darstellung von Messwertverläufen | |
| Bewertung der Daten und Vergleich mit Grenz- und Prüfwerten | |
| Erstellung von Prognosemodellen | |
| Überwachung und Verbesserung der Datenerhebung und der Kontrollsysteme | |
| Kosten-Nutzen-Optimierung | |
| Abstimmung mit Behörden | |
| Graphische Dokumentation und einheitliche Zurverfügungstellung der Ergebnisse |
Klinger und Partner bietet Ihnen individuelle und praxisorientierte Lösungen für alle Phasen einer Deponie aus einer Hand.
Klinger und Partner übernimmt für Sie die Planung, Installation und den Betrieb der verschiedenen Systeme für Sicherung und Überwachung.
Durch die langjährige Erfahrung unserer Mitarbeiter ist der Aufbau funktioneller und wirtschaftlich optimaler Programme für Ihre Deponie gegeben.
| Ansprechpartner: Herr Eckhard Haubrich | Telefon: 0711 693308 - 50 |
Ein besonders vielseitiges Deponieprojekt:Intensivverdichtung, Dichtungskontrollsystem,
Profilierungsmaßnahmen, Schachtsanierung
Das Planungsbüro Klinger und Partner führt zur Zeit eine Deponiestilllegungsmaßnahme auf der 18 ha umfassenden ehemaligen Hausmülldeponie Ulm-Eggingen in Baden-Württemberg durch. Um den gesetzlichen Anforderungen nachzukommen, muss sie so abgedichtet und gesichert werden, dass keine Belastungen für die Umwelt ausgehen. Im Auftrag der Entsorgungsbetriebe der Stadt Ulm und mit Genehmigung des Regierungspräsidiums Tübingen haben die Spezialisten des Unternehmensbereiches Umweltwirtschaft besonders umfangreiche und vielfältige Sicherungsmaßnahmen konzipiert und in der Ausführung umgesetzt.
Zur langfristigen Vermeidung einer Beschädigung der Dichtungskomponenten am Übergang zu den Böschungskanten der aufgelassenen ehemaligen Sandgruben war es erforderlich, an diesen Randbereichen der Deponie für eine Vorwegmaßnahme der Setzungen zu sorgen. Hierzu wurde das Verfahren der dynamischen Intensivverdichtung ausgewählt und durchgeführt.
Vor dem Aufbringen der Oberflächenabdichtung wird das flach geneigte Deponiegelände durch umfangreiche Profilierungsmaßnahmen mit dem für die Abdichtungsmaßnahmen erforderlichen Gefälle versehen. Hierzu bietet sich die Verwendung belasteter Baurestmassen an, die zum Vorteil haben, dass natürliche Ressourcen geschont werden können, gleichzeitig jedoch solche Stoffe als Abfall zur Verwertung einsetzbar sind. Den genannten Vorteilen steht allerdings auch ein erhöhter Planungs- und Kontrollaufwand im Rahmen des Stoffstrommanagements gegenüber.
Das kombinierte alternative Oberflächenabdichtungssystem, mit einlagiger mineralischer Dichtung, d = 0,25 m, KDB und Drainmatte, wird u. a. mit einem vollflächig verlegten Dichtungskontrollsystem ausgestattet. Durch den Einsatz von Dichtungskontrollsystemen kann die für die Dauer der Nachsorgephase geforderte Kontrolle der Funktion der Oberflächenabdichtung jederzeit erbracht werden. Mittels des Leckkontrollsystems ist gleichzeitig eine Kontrolle des Baubetriebs und damit auch eventuell entstandener Leckagen möglich.
Die vorhandenen Sickerwasserpumpenschächte wurden durch ein spezielles Sanierungsverfahren grundlegend saniert bzw. erneuert. Die Arbeiten zur Entgasung und Entwässerung dieser Sanierungseinrichtungen werden im Zuge der Bauarbeiten abschnittsweise ausgeführt. Die Tiefe der herzustellenden Schächte liegt zwischen ca. 14 m und 20 m. Es wurde jeweils ein Arbeitsschacht mit einem Durchmesser von 5 m niedergebracht. Die abschnittsweise Sicherung des Schachtes für den Sanierungsbetrieb erfolgte mittels einer Spritzbetonschale.
Die Bauausführung erfolgt im Zeitraum der Jahre 2004 bis 2008.
Folgend ein Systemschnitt der Deponieränder:
| Ansprechpartner: Herr Michael Koser | Telefon: 0711 693308 - 54 |
Ein innovatives Deponieprojekt:Straßenaufbruch als Teil einer Asphaltabdichtung
Eine außergewöhnliche Deponiesanierung wurde auf der 6,6 ha umfassenden Hausmülldeponie Horb-Rexingen in Baden-Württemberg durchgeführt. Bereits seit dem Jahr 2000 ist auf dieser Deponie kein Hausmüll mehr abgelagert worden. Um den gesetzlichen Anforderungen nachzukommen, musste sie so abgedichtet werden, dass keine Belastungen für die Umwelt ausgehen. Mit Genehmigung des Regierungspräsidiums wurde dafür von den Spezialisten des Unternehmensbereiches Umweltwirtschaft eine innovative Art der Abdichtung gewählt: Als Tragschicht unter einer mineralischen sowie einer bituminösen Dichtungsschicht konnte jeweils pechhaltiger Straßenaufbruch verwendet werden. Das bringt gleich zwei Vorteile: Zum einen wird der Forderung nach einer stofflichen Verwertung von überwachungsbedürftigen Abfällen Rechnung getragen, zum anderen hat der Bauherr einen wirtschaftlichen Nutzen. Diese Maßnahme brachte einen Erlös bei der Annahme des Straßenaufbruchs und trug damit gleichzeitig zur Reduzierung der Gesamtprojektkosten bei.
Das Dichtungssystem hat einen Gesamtaufbau von 3,08 Meter. Über dem abgelagerten Abfall wird auf dem Planum eine 30 Zentimeter dicke Entgasungsschicht aufgetragen, darauf wiederum wird eine Tragschicht aus Straßenaufbruch (zweimal 20 Zentimeter), eine mineralische Dichtungsschicht (30 Zentimeter), ein bituminös gebundener Straßenaufbruch (20 Zentimeter) sowie eine Asphaltdichtschicht (8 Zentimeter) aufgebracht. Über einer 30 Zentimeter dicken Entwässerungsschicht folgt schließlich die Rekultivierungsschicht (1,50 Meter), die den Wasserhaushalt des Gesamtaufbaus ganz wesentlich positiv beeinflusst. Außerdem wird ein Teil des Sickerwassersystems erneuert. Das Methangas wird über ein neu installiertes Entgasungssystem aus der Deponie abgesaugt und über einen Biofilter entsorgt.

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Sickerwasser auf Dauer minimierenNeue Erkenntnisse bei der Rekultivierung von Deponien
Wie muss eine Rekultivierungsschicht beschaffen sein, um die Sickerwassermenge in der Deponie möglichst effizient zu reduzieren? Mit dieser Frage hat sich eine interdisziplinär besetzte Arbeitsgruppe beschäftigt, die im Rahmen eines Forschungsvorhabens umfangreiche Wasserhaushaltsuntersuchungen an Großlysimetern durchgeführt hat. Auf diese Weise wollen die Wissenschaftlicher und Ingenieure der Fachdisziplinen Bodenkunde, Vegetationskunde, Bodenbiologie, Bodenmechanik und Deponietechnik Erkenntnisse über die Wirkungsweise von Rekultivierungsschichten auf Deponien mit Oberflächenabdichtungen gewinnen.
Bei dem Forschungsvorhaben wird untersucht, wie weit bei der Gestaltung von Rekultivierungsschichten ökologische und bautechnische Anforderungen zu vereinbaren sind, um optimale Voraussetzungen für eine dauerhaft sickerwasserminimierende Vegetationsdecke zu schaffen. Die Vegetationsdecke ist vor allem in Hinblick auf die Langzeitverwahrung von Deponien wichtig, denn im Gegensatz zu technischen Komponenten (zum Beispiel mineralische Dichtung oder Kunststoffdichtung) der Abdichtung bleibt das System Boden/Vegetation zeitlich unbegrenzt wirksam. So erfolgt die Reduzierung von Sickerwasser laufend auf natürlichem Weg über Wasserentzug durch Verdunstung aus dem Boden und der Pflanzendecke.
Trotz zahlreicher Studien über den Aufbau und die Funktionsweise der Abdichtungssysteme selbst fehlt es bisher an Grundlagen, wie eine Rekultivierungsschicht im Hinblick auf ihre Funktion im Wasserhaushalt optimal auszuführen ist. Diese Wissensdefizite sollen nun systematisch aufgearbeitet werden.
Die theoretische Grundlage für das Projekt liefert eine Forschungsarbeit aus dem Jahr 1997.
Bau von TestfeldernKern der Versuchsanlage auf der Deponie Leonberg sind zwei jeweils ca. 350 m² große Lysimeterfelder, mit den beiden Varianten "unverdichtete Rekultivierungsschicht" und "konventionell lagenweise verdichtete Rekultivierungsschicht". Die Felder wurden in die vorhandene Böschung der Randdämme mit einer Neigung von ca. 1:2,7 eingebaut.
Die Abgrenzung unterhalb und seitlich der Lysimeterfelder bilden Rand- bzw. Trennwälle aus bindigem Material. Oberhalb der mineralischen Abdichtung wurde eine Kunststoffdichtungsbahn als dichte Wanne verlegt, über die anschließend eine Flächendrainage eingebaut wurde. Die Mächtigkeit der Rekultivierungsschichten orientiert sich an aktuellen Empfehlungen. Der Rekultivierungsboden im Feld "konventionell verdichteter Einbau" wurde mit einer Mächtigkeit von ca. 2,1 m und die unverdichtete Rekultivierungsschicht im Feld 1 mit ca. 20 cm Überhöhung eingebaut, um zu erwartende Setzungen des lockeren Materials auszugleichen. Zur Kontrolle des Setzungs- und Verformungsverhaltens wurden im Testfeld mit locker geschütteter Rekultivierungsschicht 6 Messpunkte zur Dokumentation von Bodenbewegungen sowie Einrichtungen zur insitu-Ermittlung der Scherparameter des locker gelagerten Substrates eingebaut.
Zur Ermittlung des Bodenwasserhaushalts und der Bodenluft wurden entsprechende Messstellen eingerichtet. Das Sickerwasser aus den Rekultivierungsschichten wird in der Entwässerungsschicht mit Drainleitungen gesammelt und ebenso wie das im locker geschütteten Testfeld in einem PE-HD-Gerinne gefasste Oberflächenwasser, in drei separaten Rohrleitungen zur quantitativen Erfassung der Messstation zugeführt.
Zwei weitere, nicht als Lysimeter gestaltete Testfelder mit locker eingebauter, unverdichteter Rekultivierungsschicht dienen der Quantifizierung der stabilisierenden Wirkung ingenieurbiologischer Bauweisen (Buschlagen) und können für Aufgrabungsversuche genutzt werden. Zur Untersuchung von Wurzelsperren wurden auf dem Freigelände des Instituts für Landespflege der Universität Freiburg Versuchsfelder mit unterschiedlichen Materialien eingerichtet und mit schnell und tiefreichend durchwurzelnden Aspen und Ampfer bepflanzt.
Die Testfelder wurden Anfang 2001 fertiggestellt. Nach Vorliegen fortgeschriebener Messergebnisse wird hierüber aktuell berichtet.
| Ansprechpartner: Herr Eckhard Haubrich | Telefon: 0711 693308 - 50 |
| Ansprechpartner: Herr Peter Wattendorf | Telefon: 0761 2033630 E-Mail: wattendorf@uni-freiburg.de Internet: http://www.landespflege-freiburg.de |
Forschungsvorhaben:Untersuchungen zur Gestaltung von Rekultivierungsschichten 1 Einleitung
In der ehemaligen TA Siedlungsabfall sind folgende Anforderungen an den Aufbau einer Rekultivierungsschicht beschrieben: Schutz der Dichtung vor Frost und Erosion und die Eignung als Substrat eines späteren Bewuchses, der so auszuwählen ist, dass "die Infiltration von Niederschlagswasser in das Entwässerungssystem minimiert wird". Es wird damit deutlich darauf hin gewiesen, dass die Rekultivierungsschicht neben ihrer Funktion als Tragschicht für Bewuchs wichtige Funktionen im Wasserhaushalt einer Deponie übernimmt. Trotz zahlreicher Studien über den Aufbau und die Funktionsweise der Abdichtungssysteme selbst, fehlt es an Grundlagen, wie eine Rekultivierungsschicht, besonders im Hinblick auf ihre Funktion im Wasserhaushalt, optimal auszuführen ist.
Mit dem hier vorgestellten Forschungsvorhaben werden diese Wissensdefizite systematisch aufgearbeitet werden.
Es wird untersucht, wie weit bei der Gestaltung von Rekultivierungsschichten ökologische und bautechnische Anforderungen zu vereinbaren sind, um optimale Voraussetzungen für eine dauerhaft sickerwasserminimierende Vegetationsdecke zu schaffen.
Das Vorhaben baut auf einer bereits 1997 veröffentlichten Forschungsarbeit auf, die sich in erster Linie mit den theoretischen Zusammenhängen des Themas befasst.
In der interdisziplinär besetzten Arbeitsgruppe sind Wissenschaftler und Ingenieure der folgenden Arbeits- und Fachgebiete tätig:
Landespflege/Vegetationskunde:
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg,
Institut für Landespflege
Institut für Bodenkunde und Waldernährung
Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt:
(FVA) Baden-Württemberg,
Abteilung Landespflege
Bodenbiologie:
Dr. Otto Ehrmann
Bodenmechanik/Standsicherheit:
Universität Karlsruhe, Institut für Bodenmechanik und Felsmechanik,
Abt. Erddammbau und Deponiebau
Deponietechnik:
Klinger und Partner GmbH, Stuttgart (vormals UW Umweltwirtschaft GmbH)
Deponie-Oberflächenabdichtungen haben unter anderem die Aufgabe, den Wasserzutritt aus Niederschlägen vom Deponiekörper fernzuhalten und um Schadstoffausträge in die Umwelt zu verhindern. Rekultivierungsschichten sollen als Bestandteile des Oberflächenabdichtungssystems gemäß TASI eine Reihe von Aufgaben erfüllen:
| sie sind Tragschicht für den Bewuchs. | |
| sie schützen die übrigen Komponenten der Abdichtung, z. B. vor Frost Erosion und Wurzeleinwirkung. | |
| sie reduzieren die Sickerwassermenge in die Deponie über den Wasserentzug durch die Verdunstung aus dem Boden und der Pflanzendecke (Evapotranspiration) auf natürlichem Weg (Wasserhaushalt). |
Letzteres ist vor allem im Hinblick auf die Langzeitverwahrung von Deponien relevant, denn im Gegensatz zu technischen Komponenten der Abdichtung (z. B. mineralische Dichtung, Kunststoffdichtung) bleibt das System Boden/Vegetation zeitlich unbegrenzt wirksam.
Ziel des Vorhabens ist es, das System Rekultivierungsschicht/Vegetation so zu optimieren, dass es einen möglichst hohen Anteil des Niederschlags aufbraucht und damit die Sickerwassermenge langfristig reduziert. Unter Berücksichtigung folgender Problemfelder sollen Grundsätze für die Gestaltung von qualifizierten Rekultivierungsschichten entwickelt und in einem praxisnahen Versuch ihre Umsetzbarkeit und Wirkung erprobt werden:
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Wasserhaushalt und Vegetation: Wälder mit intensiver, tiefreichender Durchwurzelung und hohen Blattflächenindices in abgestuften Beständen weisen höchste Evapotranspirationswerte auf. Sie benötigen ausreichend mächtige, locker gelagerte und tief durchwurzelbare Böden mit hoher pflanzenverfügbarer Wasserspeicherkapazität. Ein günstiges Bodengefüge und die biologischen Eigenschaften der Böden sind ebenfalls für die Entwicklung der Vegetation von großer Bedeutung. |
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Standsicherheit: In der Baupraxis werden Rekultivierungsschichten beim Einbau in der Regel lagenweise verdichtet hergestellt. Dies steht im Widerspruch zu der seit Jahren im Hinblick auf dauerhafte und leistungsfähige Pflanzenbestände geforderte lockere Lagerung der Substrate. Im Rahmen des Vorhabens wird daher untersucht, welche Reibungseigenschaften locker geschüttete Substrate besitzen; das ist eine wesentliche Grundlage für den erdstatischen Standsicherheitsnachweis derartiger Rekultivierungsschichten. Zusätzlich wird die Wirkung ingenieurbiologischer Verbaumaßnahmen (Buschlagen) auf die Standsicherheit locker geschütteter Böschungen untersucht. |
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Erfordernisse des Baubetriebes - Praxisbezug: Es fehlt bisher an Grundlagen, ob und wie für einen Bewuchs optimierte Rekultivierungsschichten unter Praxisbedingungen (z. B. Substratverfügbarkeit, Geräteeinsatz, Kosten) realisierbar sind. Deshalb werden aus den Erfahrungen beim Bau der Testfelder Einbauhinweise für die Praxis entwikkelt, die bei zukünftigen Baumaßnahmen zur Herstellung der Rekultivierungsschichten Anwendung finden können. |
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Schutz der Dichtungskomponenten durch Wurzelsperren: Pflanzen können nicht nur Rekultivierungsschichten durchwurzeln, sondern auch in Entwässerungsschichten und darunter liegende mineralische Dichtungen eindringen und deren Wirkung verringern. Deshalb beschäftigt sich das Vorhaben mit der Erprobung praxistauglicher Wurzelsperren. |
Kern der Versuchsanlage auf der Deponie Leonberg sind zwei jeweils ca. 350 m² große Lysimeterfelder, in denen die beiden Varianten "unverdichtete Rekultivierungsschicht" und "konventionell lagenweise verdichtete Rekultivierungsschicht" in die vorhandene Böschung der Randdämme mit einer Neigung von ca. 1:2,7 eingebaut wurden.
Die Abgrenzung am Fuß der Lysimeterfelder bildet ein mit dem Untergrund verzahnter bindiger Randwall. Zur seitlichen Abgrenzung der Lysimeterfelder in Böschungsfalllinie dienen ca. 1 m hohe Trenndämme aus mineralischem Dichtungsmaterial. Über diesen Aufbau wurde eine Kunststoffdichtungsbahn (d = 2,5 mm) verlegt und verschweißt, die seitlich und unterhalb auf die Trenndämme gezogen wurde, so dass eine dichte Wanne entstand.
Die Lysimeterfelder werden durch 3 m breite KDB-Streifen auf der Bodenoberfläche voneinander und gegen die Umgebung abgegrenzt, um Wasserzutritt von der Oberfläche auszuschließen.
Die Basis der Testfelder ist analog zu den Vorgaben der TA Siedlungsabfall gestaltet. Der verdichtete Rekultivierungsboden im Feld 2 wurde mit einer Mächtigkeit von ca. 2,1 m eingebaut. Die unverdichtete Rekultivierungsschicht im Feld 1 erhielt zusätzlich eine ca. 20 cm Überhöhung, um zu erwartende Setzungen des lockeren Materials auszugleichen. Zur Kontrolle des Setzungs- und Verformungsverhaltens wurden im Testfeld mit locker geschütteter Rekultivierungsschicht 6 Messpunkte zur Dokumentation von Bodenbewegungen sowie Einrichtungen zur insitu-Ermittlung der Scherparameter des locker gelagerten Substrates eingebaut.
Das Sickerwasser aus den Rekultivierungsschichten wird zur quantitativen Erfassung einer Messstation zugeführt.
Zwei weitere, nicht als Lysimeter gestaltete Testfelder gleichen Aufbaues mit locker eingebauter, unverdichteter Rekultivierungsschicht dienen der Quantifizierung der stabilisierenden Wirkung ingenieurbiologischer Bauweisen (Buschlagen) und können für invasive und destruktive Versuche herangezogen werden.

Die TASi weist im Punkt 10.4.1.4 d.) darauf hin, dass die Rekultivierungsschicht neben ihrer Funktion als Tragschicht für Bewuchs wichtige Funktionen im Wasserhaushalt einer Deponie übernimmt. Zur Zeit fehlt es noch an Grundlagen wie eine Rekultivierungsschicht, besonders im Hinblick auf ihre Funktion im Wasserhaushalt, optimal auszuführen ist. Mit dem hier vorgestellten Forschungsvorhaben sollen diese Wissensdefizite systematisch aufgearbeitet werden. Ziel des Vorhabens ist es das System Rekultivierungsschicht/Vegetation so zu optimieren, dass es einen möglichst hohen Anteil des Niederschlags aufbraucht und damit die Sickerwassermenge langfristig reduziert.
Letzteres ist vor allem im Hinblick auf die Langzeitverwahrung von Deponien relevant, denn im Gegensatz zu technischen Komponenten der Abdichtung bleibt das System Boden/Vegetation zeitlich unbegrenzt wirksam. Es wurden auf der Deponie Leonberg Ende 2000 mehrere Testfelder, davon zwei Großlysimeter, installiert.
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Innovative Konzeption wird erstmals umgesetztAlternative Oberflächenabdichtung mit Bentonit- und Drainmatten
Stuttgart. Eine neue Konzeption zur alternativen Oberflächenabdichtung einer Deponie hat das Stuttgarter Ingenieurunternehmen Klinger und Partner im Auftrag der AWG Abfallwirtschaftsgesellschaft des Rems-Murr-Kreises mbH entwickelt. Das Regierungspräsidium Stuttgart erteilte im Dezember 1998 die Genehmigung. Mit dieser innovativen Methode, die erstmals auf einem seit zehn Jahren verfüllten und nun zu rekultivierenden Abschnitt der Deponie Lichte- Kaiserbach im Rems-Murr-Kreis (Baden-Württemberg) angewendet wird, lassen sich im Vergleich zur TASi-Abdichtung beträchtliche Einsparungen erreichen. Auch ist es dem Unternehmensbereich Umweltwirtschaft gelungen, daß vom baden-württembergischen Umweltministerium ein 30-prozentiger Zuschuß aus dem kommunalen Investitionsfonds für dieses besondere Projekt bereitgestellt wird.
Der erste Schritt der alternativen Oberflächenabdichtung besteht im Verlegen einer geosynthetischen Drainmatte anstelle einer mineralischen Entgasungsschicht auf dem profilierten Planum des Müllkörpers. Darauf wird eine spezielle Bentonitmatte mit DIBt-Zulassung als mineralisches Element der Kombinationsabdichtung verlegt. Nach dem anschließenden Aufbringen einer Kunststoffdichtungsbahn von 2,5 Millimeter Dicke wird eine weitere Drainmatte als Schutz- und Entwässerungsschicht anstelle der mineralischen Entwässerungsschicht verlegt. Abschließend erfolgt die Aufbringung einer Rekultivierungsschicht.
Bei den Systemelementen wurde insbesondere auf die Beständigkeit der geosynthetischen Materialien geachtet, so daß die in Verbindung mit dem Abfall stehenden Vliesstoffe aus von der Bundesanstalt für Materialprüfung (BAM) zugelassenen PEHD-Rohstoffen herzustellen sind.
Das alternative System hat viele Vorteile im Vergleich zur herkömmlichen Abdichtungstechnik: geringere Kosten, eine einfachere und damit schnellere Herstellung der Dichtung, weniger Abhängigkeit von der Witterung und zuverlässige Lieferung der Materialien. Die Mächtigkeit des Aufbaus ist um etwa einen Meter reduziert. Damit verbessern sich mehrere Randbedingungen wie zum Beispiel die Volumenausnutzung der Deponie. Außerdem ist die Bentonitmatte gegenüber einer mineralischen Dichtung setzungsunempfindlicher, ein Fakt, der insbesondere bei Deponien mit gering vorhandener Geländeneigung und noch nicht abgeschlossener Setzungsvorgänge von Bedeutung ist.
Um die Genehmigung für das alternative Abdichtungssystem vom Regierungspräsidium zu erhalten, hatte der Unternehmensbereich Umweltwirtschaft einen Gleichwertigkeitsnachweis nach den Grundsätzen des Deutschen Instituts für Bautechnik bezogen auf das bereits genehmigte TASi-System erstellt. Anhand einer Liste von vorgeschriebenen Kriterien konnte wir die technischen und wirtschaftlichen Vorteile des alternativen Oberflächenabdichtungssystems überzeugend darstellen.
Die vorbereitenden Arbeiten zur Bauausführung der innovativen Methode auf der Deponie Lichte haben kürzlich begonnen.
| Ansprechpartner: Herr Eckhard Haubrich | Telefon: 0711 693308 - 50 |


